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Das Heimkino wurde nach den Plänen von Holger Franz vom Besitzer selbst gebaut und anschließend von Holger von der Krone professionell eingemessen sowie mit Room EQ Wizard (REW) nachoptimiert.

Durch die Kombination aus durchdachter Raumakustik, einem Single Bass Array (SBA), REW-Messungen und einer sorgfältigen Kalibrierung entstand ein Heimkino mit außergewöhnlicher Klangqualität für Film und Musik.

Dieses Heimkino in der Nähe von Gießen ist ein schönes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn gute Planung, handwerkliche Präzision und eine saubere Einmessung zusammenkommen. Der Raum wurde von Holger Franz von Heimkinobau geplant und dann mit bemerkenswert viel Sorgfalt umgesetzt. Das Ergebnis ist ein Kino auf sehr hohem Niveau, das nicht nur klanglich überzeugt, sondern auch optisch und funktional bis ins Detail durchdacht ist.

Warum ist eine professionelle Raumakustik-Messung so wichtig? 

Selbst hochwertige Lautsprecher und Subwoofer können ihr Potenzial nur entfalten, wenn sie optimal auf den Raum abgestimmt werden. Die Raumakustik beeinflusst den Klang stärker als viele vermuten. Erst durch Messungen und gezielte Optimierungen entstehen eine präzise Bühne, gleichmäßiger Bass und eine überzeugende Surround-Wiedergabe.  

 

 

 

Der Vorraum

Bevor es überhaupt in den eigentlichen Kinoraum geht, fällt direkt der Vorraum auf. Hier ist ein sauber genutzter Funktionsbereich entstanden. Die Blu-ray-Sammlung ist dort untergebracht, die Technik ist dank eines Durchbruches zugänglich und sinnvoll angeordnet, und auch der Projektor sitzt clever in einem separaten Bereich wodurch die Lautstärke im eigentlichen Kinoraum reduziert wird.

Verbaut ist ein JVC NZ500 Heimkinoprojektor, der über einen Durchbruch in den Kinoraum projiziert. Genau diese Lösung ist im Alltag Gold wert. Die Geräte stehen außerhalb des eigentlichen Kinoraums, können dort bequem verkabelt und gewartet werden, und im Kino selbst bleibt es aufgeräumt und akustisch sauber.

Das Raumkonzept

Der Kinoraum selbst ist rund 4,60 Meter breit und etwas über 7 Meter lang. Vorne hängt eine akustisch transparente Leinwand mit etwa 3,20 Metern Breite. Das ist eine sehr stimmige Größe für den Raum, gerade in Verbindung mit dem gewählten Sitzabstand.

Das Heimkino ist nicht auf möglichst viele Einzelplätze mit technischer Strenge ausgelegt, sondern auf komfortables gemeinsames Erleben. Statt klassischer Kinosessel gibt es hier eine großzügige Sofalandschaft, und die hat einen entscheidenden Vorteil: Sie ist komplett symmetrisch aufgebaut.

Auf beiden Seiten befinden sich Liegeflächen, also eine Art Ottomane. Dadurch kann man sich links wie rechts bequem ausstrecken, und auch in der Mitte sitzt oder liegt es sich entspannt. Für Filmabende, Musik, Fußball oder einfach langes gemütliches Hören ist das eine hervorragende Lösung. Vier, fünf oder sechs Personen finden hier problemlos bequem Platz.

Lautsprecheraufstellung mit Fokus auf Optik und Klang

Vorne arbeiten Lautsprecher von Focal Sopra. Die sehen nicht nur gut aus, sondern setzen im Raum auch optisch Akzente. Deshalb stehen die linken und rechten Frontlautsprecher bewusst vor der Leinwand. Der Center sitzt dagegen hinter der akustisch transparenten Leinwand.

Das ist ein interessanter Kompromiss, der in diesem Fall sehr gut funktioniert. Normalerweise verschwinden in vielen Heimkinos alle Frontlautsprecher hinter der Leinwand. Hier wollte man die schönen Lautsprecher aber sichtbar lassen, ohne auf die Vorteile eines korrekt platzierten Centers zu verzichten.

Akustikbehandlung, die nicht nur gut aussieht

Was in diesem Kino besonders beeindruckt, ist die handwerkliche Qualität. Vieles davon lässt sich auf den Bildern nur erahnen, vor Ort wirkt es noch einmal deutlich stärker. Ein gutes Beispiel sind die großflächigen Stoffbespannungen. Teilweise wurden hier Elemente von rund vier Metern Länge in einem einzigen Stück sauber gespannt. Das wirkt extrem ruhig, homogen und hochwertig.

Hinter den großflächigen Stoffbespannungen befinden sich Absorber. Diese reduzieren frühe Reflexionen an Wänden und Decke. Dadurch verbessert sich nicht nur die Sprachverständlichkeit, sondern auch die räumliche Ortung einzelner Klangereignisse. Gerade in hochwertigen Heimkinos gehört eine durchdachte Raumakustik zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein realistisches Klangerlebnis.

Auch die übrigen Akustikelemente wurden nicht einfach nur dekorativ an die Wand gesetzt. Die Absorber oben und unten sind mit Wandabstand montiert. Dadurch arbeiten sie wirksamer und setzen nicht erst in sehr hohen Frequenzbereichen ein. Ein Punkt, den viele Lösungen falsch machen, wenn sie flach an die Wand montiert werden.

An der Decke sitzen die üblichen Absorber für die Reflexionskontrolle. Im hinteren Bereich des Raums kommen Diffusoren hinter dem Hörplatz zum Einsatz. Diese Kombination aus Absorption und Diffusion sorgt dafür, dass der Raum kontrolliert klingt, aber nicht tot oder unangenehm trocken wirkt.

7.1.4 Layout mit starkem Bassfundament

Das Heimkino ist als 7.1.4 System aufgebaut. Das bedeutet:

7 Lautsprecher auf der unteren Ebene

1 Basssystem für den Tieftonbereich der auch den LFE abbildet

4 Höhenlautsprecher im Atmos-Layout

Die Deckenlautsprecher strahlen nach unten und sind mit dem Hochtöner leicht auf den Hörplatz eingewinkelt. Das Atmos-Layout wurde sauber umgesetzt und liefert eine sehr gute Umhüllung. Gerade dieser Punkt ist für viele Heimkinos entscheidend: Es reicht nicht, dass etwas von oben kommt. Es muss sich geschlossen und glaubwürdig anfühlen. Genau das ist hier sehr gut gelungen.

Das SBA mit sechs 15-Zoll-Dayton Ultimax 2 Subwoofer

Beim Bass wurde nicht gekleckert. Das SBA, also das Single Bass Array, besteht aus sechs 15-Zoll Dayton Ultimax 2 Subwoofer. Angesteuert wird das Ganze über eine DYNACORD Endstufe, die genau für diese Aufgabe im Rack sitzt.

 

Warum wurde ein SBA gewählt?

Ein Single Bass Array (SBA) sorgt dafür, dass sich tiefe Frequenzen möglichst gleichmäßig im Raum ausbreiten. Dadurch werden störende Raummoden reduziert und der Bass wirkt kontrollierter, präziser und homogener. Genau diesen Effekt zeigt dieses Heimkino eindrucksvoll: Der Bass ist außergewöhnlich trocken, sehr ausgewogen und trotzdem enorm druckvoll.

Auch bei Musik mit viel Energie im Tieftonbereich ist mehr als genug Reserve vorhanden. Gerade bei einem sauber geplanten und gedämmten Raum spielt ein Bassarray seine Stärken voll aus. Es geht nicht einfach nur um Wucht, sondern um Kontrolle, Gleichmäßigkeit und Präzision.

 

Warum die Raumplanung so viel ausmacht

Ein ganz wesentlicher Teil des Erfolgs steckt in der Raumplanung von unserem Partner Holger Franz von der Heimkinobau GmbH. Für die akustische Optimierung wurde dem Raum bewusst Volumen genommen:

Hinten wurden 60 Zentimeter und vorne 50 Zentimeter Dämmung verbaut.

Dadurch wurde der Raum effektiv verkürzt, akustisch aber massiv verbessert. Genau solche Entscheidungen tun manchmal weh, wenn man nur auf nackte Raummaße schaut. Klanglich sind sie oft der Schlüssel zum Ergebnis. Das zeigt dieses Kino sehr deutlich.

Das Technik-Rack im Überblick

Auch der Technikbereich ist beeindruckend ausgestattet. Zu sehen sind unter anderem:

Ein Panasonic Blu-ray-Player

Der JVC NZ500 Heimkinoprojektor  im Nebenraum

Eine IOTAVX 7-Kanal-Endstufe

Ein Denon AVC-A110 Receiver

Zwei Endstufen von Devialet für die Frontlautsprecher

Die DYNACORD DSP Endstufe für das Basssystem

Weitere sauber integrierte Technik im Rack

Besonders schön ist hier, dass nicht einfach Geräte übereinandergestapelt wurden. Das gesamte Rack und die umliegenden Einbauten wirken wie aus einem Guss. Vieles wurde komplett selbst gebaut, also nicht einfach fertig gekauft und hingestellt. Genau das sieht man dem Raum an.

Praktisch gedacht wurde ebenfalls. In Schubladen liegen die Fernbedienungen, statt dass sie irgendwo verschwinden und ständig gesucht werden müssen.

Handwerk auf ungewöhnlich hohem Niveau

Ein echtes Highlight dieses Kinos ist die Verarbeitung. Große Rahmenelemente, die von der Decke bis zum Boden reichen und über zwei oder sogar vier Meter breit sind, wurden von unserem Kunden Andreas in einem Stück gebaut und bespannt. Das sorgt für eine bruchlose, ruhige Flächenwirkung, die man in dieser Qualität nicht oft sieht.

Solche Details gehen leicht unter, wenn man nur auf Lautsprecher, Leinwand und Elektronik schaut. In Wahrheit prägen sie den Gesamteindruck enorm. Ein Heimkino wirkt dann richtig hochwertig, wenn die Konstruktion nicht nach Kompromiss, sondern nach Konzept aussieht. Genau das ist hier der Fall.

Wenn für einen einzigen Rahmen schnell ein kompletter Arbeitstag draufgeht, zeigt das schon, wie viel Mühe und Präzision in dieses Projekt geflossen sind.

Nebenraum, Lüftung und clevere Alltagstauglichkeit

Der Raum endet nicht am Kinobereich. Es gibt noch einen Nebenraum, und dort findet sich etwas, das in geschlossenen Heimkinos oft unterschätzt wird: eine wirksame Lüftungsmöglichkeit.

Durch Fenster auf beiden Seiten und die geöffnete Tür kann die Luft in kurzer Zeit gut durch den Bereich strömen. Das ist enorm praktisch, denn so lässt sich nach längeren Sessions schnell wieder Frischluft in den Raum bringen. Danach kann man problemlos wieder die nächsten Stunden im Kino verbringen.

Außerdem ist dort ein weiterer Teil der Sammlung untergebracht. Neben Blu-rays und DVDs stehen auch ältere Medien herum, und es wirkt ganz so, als werde hier nichts vorschnell entsorgt.

Steuerung mit Philips Hue und geplanter AVA-Fernbedienung

Gesteuert wird das Heimkino unter anderem über Philips Hue. Die aktuelle Fernbedienung stammt noch von Logitech, soll aber bei Gelegenheit durch eine AVA ersetzt werden. Das passt gut zum restlichen Anspruch des Kinos: technisch modern, alltagstauglich und sauber integriert.

Perfekt eingemessen und sauber nachoptimiert

Ein Raum wie dieser lebt nicht nur von guter Hardware und vernünftiger Akustikbehandlung, sondern auch von der finalen Abstimmung.

Für die Kontrolle der Einmessung wurde anschließend mit Room EQ Wizard (REW) gemessen. Diese Software ermöglicht eine detaillierte Analyse von Frequenzgang, Nachhallzeit, Impulsantwort und Bassverhalten. Anhand dieser Messungen konnten kleinere Korrekturen vorgenommen werden, sodass Lautsprecher, Subwoofer und Raum optimal zusammenarbeiten.

Genau dieser Schritt trennt oft ein gutes Heimkino von einem wirklich überzeugenden Heimkino. Erst durch diese Nacharbeit wird das Potenzial von Lautsprechern, Subwoofern und Raumakustik vollständig genutzt. 

Fazit: Warum eine professionelle Heimkino-Einmessung den Unterschied macht

Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass hervorragender Heimkino-Klang nicht allein durch hochwertige Lautsprecher oder Elektronik entsteht. Entscheidend sind eine durchdachte Raumplanung, eine gezielte akustische Optimierung und eine professionelle Einmessung. Erst das Zusammenspiel aus Raumakustik, Lautsprecherpositionierung, Subwoofer-Integration und einer sorgfältigen Feinabstimmung sorgt für eine realistische Surroundkulisse, präzisen Bass und eine natürliche Wiedergabe von Stimmen und Effekten. Wer das volle Potenzial seines Heimkinos ausschöpfen möchte, profitiert von einer individuellen Messung und Nachoptimierung deutlich mehr als von einer automatischen Einmessung allein.

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